Kaminofen- effizient heizen durch Twinfire

Sinnvoll und effizientes Heizen mit Holz durch Twinfire

 

 

Um einen Kaminofen zu betreiben bedarf es einiger Voraussetzungen:

 

-Platz für den Ofen

-Schornsteinanbindung

-genügend Kubik Luft, ansonsten Erstickungsgefahr

 

Manchmal scheitert es daran, denn man darf den Kaminofen nicht an den Schornstein von der Zentralheizung anbinden.

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist der nächste Schritt die Wahl des Kaminofens.

Da ich selber sehr pragmatisch veranlagt bin, und stets die Effizienz, also das Verhältnis der Kosten-Nutzen-Wirkung gegenüberstelle, ist es mir unverständlich warum nicht wenige einen Ofen installiert haben, mit extra Schornstein (Metallrohre außen) und dann den Ofen  lediglich zu Weihnachten nutzen.

 

Man muss sich im Klaren sein dass die Verbrennung mit Holz auch Arbeit…und auch eine erhebliche Menge an Schmutz bedeutet.

 

-Beschaffung des Holzes

-Lagerung des Holzes (Trocknungszeiten und Lagerung können auch falsch sein!)

-Reinigung des Kamins

-Reinigung des Schornsteines

-Reinigung der Wohnung (Ascheflusen, Holzreste)

 

Auch gesundheitlich ist der Kaminofen nicht ungefährlich. Die Neueren müssen die Feinstaubemissionsgrenzen einhalten. Es entsteht eine ordentliche Menge an Feinstaub, erst recht wenn man den Ofen reinigt, sollte man sich schützen.

 

Die meiner Meinung nach beste Lösung erreicht man durch sogenannte Twinfire oder Dual-fire Technologie. Hersteller sind u.a. Xeoos oder Oranier.

 

Hier werden die Abgase nochmals verbrannt, es entsteht eine immense Hitze, die Emissionen sind gering, der Rauchentwicklung so gut wie gar nicht, und man hat fast keine Asche.

Der Wirkungsgrad ist also sehr effizient erhöht.

Wir gehen einen Schritt weiter.

 

Bei der Verbrennung entsteht Wärme, die zum Teil ungenutzt (in diesem Falle aus dem Schornstein) entweicht. Einen Energieverlust durch Wärme haben wir bspw bei dem Verbrennungsmotor eines KFZ. Effizienter von dem Wirkungsgrad wäre der Elektromotor (ca 90%!)

Um die entstehende Wärme nochmals zu nutzen, empfiehlt es sich Wasser mit diesem Ofen zu erwärmen, welches im Haushalt als Brauchwasser genutzt wird. (Bspw Fußbodenheizung, herkömmliche Heizung, Warmwasser)

 

Allerdings sind hier Geldbeutelgrößen gefragt. Bei einem solchen System sind Rohrleitungen, Wasserspeicher, Pumpen und Installation nötig. Ein solches System macht also nur Sinn, wer vor hat viel und kostengünstig und autark zu heizen. Als „Deko-Ofen“ eignet sich solche ein System vom Kosten-Nutzen Verhältnis nicht.

Wer allerdings den Weg gehen möchte, der sollte sich überlegen notfalls auf Kredit/Raten sich dieses System zu installieren, es amortisiert sich doch nach einigen Jahren.

 

Ich empfehle in Deutschland bei Neubau auf dieses System  um zu steigen, zumal man heute mit großen offenen Wohnräumen baut (meist EG), wo Küche, Essbereich, Wohnzimmer offen miteinander verknüpft sind und eine gute Raumverteilung der Wärme gewährleistet ist.

Bei hohen Räumen empfehle ich zusätzlich einen Deckenventilator, um die Konvektionswärme wieder runter zu drücken, notfalls auch im Flur, da häufig das Treppenhaus sehr großzügig bei vielen neueren Häusern konzipiert ist.

 

Ein einfaches und geniales Prinzip welches ich in den Häusern in den Alpen gesehen habe, sind in den Ecken der oberen Etage kleine Lüftungsbohrungen mit Deckel. Durch die Konvektion in den unteren, mit Kamin beheizten Räumen, entsteht unter der Decke eine Wärmestauung. Die Wärme steigt mit dem Öffnen der Deckel in die oberen Schlafräume. Sehr billig (durch Kernlochbohrung in den Ecken der Räume) und höchst effizient.

 

Ich verstehe nicht warum all die Fertighausanbieter solche altbewährten Systeme nicht wieder aufgreifen.

 

Wer weder die Möglichkeiten noch das Geld für ein solches wasserführendes Doppelfeuersystem hat, aber effizient mit einem kleinen Ofen etwas Holzfeuerwärme haben möchte, so empfehle ich u.a. den sog. „Bullerjan“. Dieser nutzt sehr effizient die Konvektion durch ein Röhrensystem. Allerdings sind diese Öfen als „Marke“ geschützt und dadurch auch im höheren Preissegment. Prestige kostet eben.

Die herkömmlichen Öfen nutzen dieses Prinzip auch, man sieht das durch die Lüftungsschlitze an den Außenwänden, sogar durch den Speicherstein.

Womit wir bei dem nächsten Thema wären: Speicherstein ist nicht gleich Speicherstein. Wie lange und wie warm ein Speicher bleibt….ist bei der Beratung/Verkauf immer Theorie. Es hört sich toll an. Jedoch ist meine Erfahrung dass die Speicherung nicht dem entspricht was man erwartet nach der Beratung. Letztendlich ist es mehr eine Designfrage. Wer geschüttete Decken oder lediglich Holzdielen hat, sollte auf das Gewicht achten. Manchmal sind hier schwere Specksteinöfen nicht ideal.

 

Um eine bessere Effizienz der Wärmeverteilung hin zu bekommen, bieten einige solche kleine Ventilatoren an, die man auf den Ofen stellt. Sie funktionieren mit Konvektion und beginnen zu drehen sobald die Luftströmung stark genug ist. Ich selber habe mir so einen bei Amazon bestellt. Gut verarbeitet sind die, jedoch drehen sich die Rotoren m.E. nach zu langsam als dass sie eine deutliche Verbesserung bringen…..aber…nett sieht es aus…Es bewegt sich etwas im Raum. Also eher eine Deko-Sache.

 

Nun mein Tipp für alle die neu bauen und/oder die Möglichkeiten haben dazu:

 

 

Ich empfehle einen Twinfire Ofen, wassergeführt in der Mitte des Wohnraumes. Mit dem warmen Wasser beheizen sie die Räume die a.) nicht vom Ofen erfasst werden können b.) die Heizkörper an der Peripherie des Hauses, alternativ eine Fußbodenheizung. Wenn der Ofen aus ist, hat ihr Wasserspeicher noch genug.

Ich selber würde eine Fußbodenheizung (Wasser) nehmen, und für die Peripherie, sowie die „Zwischentage“ im Frühjahr und Herbst mit Infrarotelementen arbeiten. Als Bilder, Spiegel und in der Küche mit Glas (Spiegelfließenersatz) ist das eine neue und sparsame, so wie gesunde Form des Heizens. Die Heizung ist im Raum unsichtbar integriert.

 

Ich hoffe ich konnte mit meiner Kurzberatung zu Kaminöfen etwas helfen. Sollte ich mir Ihre Gegebenheiten mal anschauen oder wollen Sie mir Ihre Ideen berichten, rufen Sie mich an, ich sage Ihnen etwas dazu.